Der Vorstoß der EU für eine zentralisierte Kryptoaufsicht stellt Maltas frühen Vorteil in Frage und wirft Bedenken hinsichtlich der regulatorischen Kontrolle auf.
Malta wehrt sich gegen eine umfassende Änderung der europäischen Kryptoregulierung. Der kleine Inselstaat argumentiert, dass eine zentralisierte Aufsicht seine Rolle in einem Sektor schwächen würde, den er schon früh mitgestaltet hat. Die Spannungen nehmen zu, während die politischen Entscheidungsträger darüber diskutieren, wer Unternehmen für digitale Vermögenswerte beaufsichtigen soll.
Malta kritisiert die Forderung der EU, die Aufsicht über Kryptowährungen an die ESMA zu übertragen
Malta ist in einen seltenen öffentlichen Streit mit EU-Behörden über Pläne zur Zentralisierung der Kryptoaufsicht unter der Europäischen Wertpapier- und Marktaufsichtsbehörde (ESMA) geraten. Der Vorschlag würde die Aufsicht über große Kryptofirmen von den nationalen Regulierungsbehörden hin zu einer in Paris ansässigen Behörde verlagern.
Beamte in Malta sehen dasBewegung als direkte Bedrohung seiner Positionals führender Krypto-Hub. Im Falle einer Genehmigung würde der Plan erfordern, dass das Land die direkte Aufsicht über Unternehmen wie Crypto.com, Gemini und Bitpanda aufgibt.
EU-Politiker argumentieren, dass eine zentrale Aufsicht den Anlegerschutz verbessern und einheitlichere Regeln in den Mitgliedstaaten schaffen würde. Der Block hofft auch, einen Teil seiner Bankeinlagen in Höhe von 11 Billionen Euro in Kapitalmärkte umzuleiten, darunter Aktien und Anleihen.
Malta sieht jedoch ein anderes Motiv. Die Behörden glauben, dass die Initiative die Frustration größerer Länder widerspiegelt, die es nicht geschafft haben, frühzeitig Kryptofirmen anzuziehen. Kenneth Farrugia, Chef der Malta Financial Services Authority (MFSA), sagt, das Land habe einfach vor anderen gehandelt. Seiner Ansicht nach hätten die Wettbewerber mit dem Wachstum der Branche rechnen müssen.
Die MiCA-Ära birgt neue regulatorische Risiken für Kryptofirmen in der gesamten EU
Bereits 2018 führte Malta einen der ersten europäischen Regulierungsrahmen für Blockchain eindigitale Vermögenswerte. In Kombination mit günstigen Steuerstrukturen zog die Politik eine Welle von Kryptounternehmen an, die klare Regeln und regulatorische Vertrautheit suchten.
Branchenkennern zufolge haben sich Unternehmen für Malta entschieden, weil die Regulierungsbehörden die Technologie und die Risiken verstanden haben. Rechtsexperten, die an der Ausarbeitung des Rahmenwerks beteiligt waren, sehen in dieser frühen Expertise einen entscheidenden Vorteil. Die MFSA beschäftigt mittlerweile Hunderte von Mitarbeitern, was der Aufsichtskapazität größerer Finanzzentren entspricht.
Die Dynamik änderte sich, als die EU die Verordnung über Märkte für Krypto-Assets (MiCA) verabschiedete. Das Rahmenwerk ermöglicht es Unternehmen, die in einem Mitgliedsstaat lizenziert sind, im gesamten Block tätig zu sein. Malta reagierte schnell und vergab vier der ersten MiCA-Lizenzen.
Trotz dieses frühen Hinweises gab es Bedenken. ESMA überprüfte MaltasGenehmigung einer großen Börse, später als OKX identifiziert, bevor es sich bereit erklärte, US-Strafen in Höhe von 504 Millionen US-Dollar zu zahlen. Während die Überprüfung ergab, dass Malta die Vorschriften weitgehend eingehalten hat, wurden Lücken bei der Bewertung des Verhaltens des Unternehmens in der Vergangenheit festgestellt.
Malta wehrte sich gegen die Kritik und nannte sie einen Versuch, seinen Lizenzierungsprozess zu verlangsamen. Beamte bestehen darauf, dass nationale Regulierungsbehörden besser in der Lage sind, Unternehmen in ihren eigenen Märkten zu bewerten.
Gleichzeitig wächst die Unterstützung für eine zentralisierte Aufsicht in größeren EU-Ländern wie Frankreich, Italien und Österreich. Sie argumentieren, dass Unterschiede in den nationalen Vorschriften es Unternehmen ermöglichen, das Land mit dem einfachsten Genehmigungsverfahren auszuwählen und dann in ganz Europa tätig zu werden.
Vertreter der ESMA sagen, dass eine zentrale Aufsicht dieses Risiko verringern würde. Sie weisen auch auf die wachsende Zahl von Privatanlegern hin, die in Kryptomärkte einsteigen. Nach Angaben der Beamten könnte eine einzelne Behörde schneller und konsequenter reagieren.
Quelle: Live Bitcoin News





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