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Zentralbank Koreas wendet sich CBDC und tokenisierten Einlagen zu, lehnt Stablecoins ab

Von germanlbn

Bank of Korea befürwortet CBDC-Modell, während Shin auf Fragmentierung von Stablecoins und Grenzen einheitlicher Geldsysteme hinweist.

Die südkoreanische Zentralbank signalisiert eine deutliche Wende in ihrer Herangehensweise an digitale Finanzen. Die neue Führung der Bank of Korea richtet die Geldpolitik auf die schnellen globalen Verschiebungen in Technologie und Geopolitik aus. Gleichzeitig stellt wissenschaftliche Arbeit im Zusammenhang mit der Institution die strukturelle Tragfähigkeit von Stablecoins in Frage.

Digitaler Won im Fokus, da Bank of Korea CBDC-Tests unter Shin Hyun-song ausweitet

Der neue Gouverneur der Bank of Korea, Shin Hyun-song, begann seine vierjährige Amtszeit mit einer klaren politischen Botschaft. In seiner Antrittsrede in Seoul wies Shin auf die zunehmende Unsicherheit bei Inflation und Wachstum hin.

Dies sei laut ihm teilweise auf Angebotsschocks zurückzuführen, die mit Spannungen im Nahen Osten zusammenhängen. Er betonte die Notwendigkeit einer flexiblen Geldpolitik bei gleichzeitiger Wahrung sowohl der Preis- als auch der Finanzstabilität.

Der Gouverneur bestätigte, dass die Zentralbank die Arbeiten an digitalen Währungssystemen fortsetzen wird, einschließlich ihrer laufenden CBDC-Initiativen und Experimente mit Deposit Tokens. Diese Instrumente würden innerhalb eines regulierten Rahmens operieren, was den Behörden eine klarere Aufsicht über Liquidität, Abwicklung und Finanzstabilität ermöglicht.

Darüber hinaus sollen Programme wie Project Hangang testen, wie digitale Formen des koreanischen Won im realen Zahlungsverkehr funktionieren können. Die Behörden planen auch, den Zugang zum Devisenmarkt zu erweitern und Offshore-Abwicklungssysteme aufzubauen, um die globale Nutzung des Won zu unterstützen.

Cross-Chain-Reibung schwächt Netzwerkeffekte von Stablecoins, stellt BIS-Forschung fest

Gleichzeitig weckt Shins frühere Forschung Zweifel an der langfristigen Rolle von Stablecoins in diesem System. In einem kürzlich über die Bank für Internationalen Zahlungsausgleich veröffentlichten Papier untersuchte er, wie Blockchain-Design zu Fragmentierung führt.

Laut der Studie schaffen diese strukturellen Unterschiede konkurrierende Ökosysteme und kein einheitliches Finanznetzwerk. Nutzer neigen dazu, zu Chains mit niedrigeren Gebieten zu migrieren, auch wenn diese Chains zentralisierter sind.

So verlagert sich die Aktivität beispielsweise oft von Ethereum zu Alternativen wie Solana oder Tron, wo die Transaktionskosten niedriger sind. Diese Dynamik führt zu einer Fragmentierung nicht nur in der Blockchain-Nutzung, sondern auch in den Stablecoin-Märkten.

Selbst wenn sie von derselben Entität ausgegeben werden, sind Stablecoins auf verschiedenen Chains nicht direkt austauschbar. Shin wies darauf hin, dass USDC auf Ethereum sich von USDC auf anderen Netzwerken unterscheidet, da Überweisungen zwischen ihnen Bridges erfordern. Diese Prozesse erhöhen die Reibung und teilen die Liquidität über Ökosysteme hinweg auf.

Das Papier argumentiert, dass eine solche Fragmentierung eine Kerneigenschaft von Geld untergräbt, nämlich seine Einheitlichkeit. In traditionellen Systemen ist eine Währungseinheit stets einer anderen gleich. Stablecoins können diese Gleichförmigkeit jedoch verlieren, wenn sie über mehrere Chains verteilt sind.

Ohne eine zentrale Autorität, die die Umtauschbarkeit garantiert, werden ihr Wert und ihre Nutzbarkeit von netzwerkspezifischen Bedingungen abhängig. Shin stellte fest, dass Stablecoins derzeit in Silos operieren und eine einheitliche Währungsstruktur fehlt.

Jede Chain operiert mit ihren eigenen Liquiditätspools und Preisgestaltungsdynamiken. Infolgedessen fällt es Stablecoins schwer, die Netzwerkeffekte zu erzielen, die eine breite Akzeptanz unterstützen.

Im Gegensatz dazu bietet von Zentralbanken ausgegebenes digitales Geld ein anderes Modell. Ein einheitliches Hauptbuch, das von einer vertrauenswürdigen Institution geführt wird, kann die Transaktionskonsistenz aufrechterhalten. Es kann auch programmierbare Zahlungen unterstützen, ohne auf dezentrale Validierungssysteme angewiesen zu sein.

Shin argumentierte, dass viele mit der Blockchain verbundene Vorteile, wie Automatisierung und Effizienz, keine anonymen Konsensmechanismen erfordern.

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