Entführungen im Zusammenhang mit Kryptowährungen nehmen stark zu: 132 Fälle seit 2024, warnen Staatsanwälte
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Entführungen im Zusammenhang mit Kryptowährungen nehmen stark zu: 132 Fälle seit 2024, warnen Staatsanwälte

Von germanlbn

Krypto-Entführungen nehmen stark zu, da Datenlecks wohlhabende Inhaber enttarnen und Netzwerke der organisierten Kriminalität expandieren.

Frankreich ist mit einer wachsenden Welle von Entführungen im Zusammenhang mit Kryptowährungen konfrontiert, was sowohl bei den Behörden als auch bei internationalen Beobachtern Besorgnis erregt. In vielen Fällen greifen kriminelle Gruppen Personen an, die mit digitalen Vermögenswerten in Verbindung stehen, und fordern Lösegeld in Kryptowährungen. Den Daten der Strafverfolgungsbehörden zufolge ist die Zahl der gemeldeten Vorfälle in den letzten zwei Jahren stark gestiegen. Daher warnen Beamte, dass diese Angriffe immer koordinierter und immer gewalttätiger werden.

88 Angeklagte in Frankreich: Razzia gegen Krypto-Entführung

Die Nationale Staatsanwaltschaft zur Bekämpfung organisierter Kriminalität (PNACO) meldet eine starke Eskalation von Entführungen im Zusammenhang mit Kryptowährungen. Das verriet Staatsanwältin Vanessa PerréeIm Jahr 2024 verzeichneten die Behörden 18 Vorfälle, steigt auf 67 im Jahr 2025 und bereits auf 47 im Jahr 2026. 

In diesen Fällen geht es um Entführungen, Zwangsverhaftungen und Erpressung, wobei die Opfer unter Druck gesetzt werden, digitale Vermögenswerte zu übertragen. Die Ermittler haben im Zusammenhang mit zwölf laufenden Verfahren Anklage gegen 88 Personen erhoben. 

Mehr als zehn der Angeklagten sind minderjährig, was auf einen besorgniserregenden Rekrutierungstrend bei jüngeren Teilnehmern hinweist. Mittlerweile haben die Behörden 75 Verdächtige in Untersuchungshaft genommen. Perrée wies auch darauf hin, dass mehrere Personen in mehreren Fällen auftauchen, was auf die Existenz strukturierter krimineller Netzwerke schließen lässt.

Verknüpfte Krypto-Entführungen offenbaren Muster der organisierten Kriminalität in ganz Frankreich

Die jüngsten Festnahmen deuten auf ein koordiniertes Muster in mehreren Fällen hin. Die Polizei nahm drei Männer im Alter von 25 bis 30 Jahren im Zusammenhang mit einer Entführung im November 2025 in Challes-les-Eaux fest. Einen Monat später brachten die Ermittler zwei von ihnen mit einem anderen Fall in Dompierre-sur-Mer in Verbindung.

Den Verdächtigen werden nun unter anderem Entführung, Erpressung, rechtswidrige Inhaftierung und Geldwäsche vorgeworfen. Ein vierter Verdächtiger wurde bei einem entsprechenden Einsatz festgenommen und befindet sich ebenfalls in Untersuchungshaft.

Bei all diesen Vorfällen bleibt Gewalt ein durchgängiges und besorgniserregendes Merkmal. Im Dezember 2025 entführten Angreifer ein Paar und zwangen es, etwa 8 Millionen Euro in Kryptowährungen zu überweisen. Die Opfer wurden stundenlang gefesselt und geschlagen. 

In einem anderen Fall in Paris entführten Entführer den Vater eines Krypto-Investors und hielten ihn fast 58 Stunden lang fest. Er wurde während der Tortur schwer verletzt, als Kriminelle die Familie unter Druck setzten, Lösegeld zu zahlen.

Einer der frühesten hochkarätigen Fälle betraf David Balland, Mitbegründer von Ledger. Er und sein Partnerwurden im Januar 2025 entführt. Später fanden die Behörden seine Partnerin gefesselt in einem Fahrzeug, während Balland separat freigelassen wurde. Dieser Fall markierte den Beginn dessen, was Beamte heute als eine anhaltende Welle gezielter Angriffe bezeichnen.

Datenlecks befeuern den Anstieg von Krypto-Entführungen, warnt Pavel Durov

Die wachsende Besorgnis konzentriert sich nun darauf, was diesen Trend antreibt und wie Kriminelle ihre Ziele identifizieren. Telegram-Gründer Pavel Durov brachte die Zunahme von Krypto-Entführungen mit Datenlecks und schwachem Datenschutz in Verbindung. Er sagte, offengelegte Steuerunterlagen hätten Kriminellen möglicherweise dabei geholfen, wohlhabende Krypto-Inhaber zu identifizieren.

ASchwerwiegender Verstoß bei Frankreichs nationaler IdentitätsbehördeOffengelegte personenbezogene Daten von etwa 19 Millionen Menschen. Namen, Adressen und Telefonnummern sind möglicherweise an kriminelle Gruppen gelangt, sodass Ziele leichter ausfindig gemacht werden können. Diese Vorfälle werden oft als „Schraubenschlüsselangriffe“ bezeichnet, bei denen Kriminelle Drohungen oder Gewalt anstelle von Hacking anwenden.

Die Koordination zwischen Polizeieinheiten und spezialisierten Kriminalitätsteams hat sich verbessert und hilft den Behörden, effektiver auf diese Fälle zu reagieren. Die zunehmende Zahl von Vorfällen setzt die Durchsetzungsbemühungen jedoch weiterhin unter Druck.

Die Staatsanwälte planen, die rechtlichen Maßnahmen zu verschärfen und die Zusammenarbeit zwischen den Regionen zu verstärken, um das Problem anzugehen. Da immer mehr Menschen digitale Vermögenswerte nutzen, entstehen neue finanzielle Möglichkeiten, aber auch reale Risiken. Experten warnen davor, dass Privatsphäre und persönliche Sicherheit genauso ernst genommen werden sollten wie digitale Sicherheit.

Quelle: Live Bitcoin News

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