CNB-Daten zeigen, dass eine Bitcoin-Allokation von 1 % die Renditen verbessern könnte, ohne das Gesamtrisiko des Reserveportfolios zu erhöhen.
Die Geldpolitik der Zentralbanken überschneidet sich selten so direkt mit Bitcoin-Befürwortung. Das änderte sich in Las Vegas, wo ein europäischer Zentralbanker ein klares Plädoyer für das Asset im Portfolio hielt. Die Äußerungen zogen die Aufmerksamkeit sowohl institutioneller Investoren als auch Krypto-Teilnehmer auf sich. Noch mehr: Die Diskussion verlagert sich nun darauf, ob eine staatliche Adoption näher ist als erwartet.
Michl schlägt bis zu 5 % Bitcoin-Allokation in Zentralbankreserven vor
Aleš Michl nutzte die Bitcoin-2026-Konferenz, um zu argumentieren, dass Bitcoin als Reserve-Asset dienen kann. In einer Keynote mit dem Titel „Diversifying Central Bank Reserves With Bitcoin“ forderte er die Zentralbanken auf, ihre Portfoliokonstruktion zu überdenken. Er sagte, traditionelle Reservesstrategien könnten für künftige Bedingungen nicht ausreichen. Seine Kommentare brachten die Ur-Kryptowährung direkt in die Diskussionen der Zentralbanken.
Michl stellte das Argument um Diversifikation statt Spekulation herum auf. Er verwies auf eine interne Analyse der Tschechischen Nationalbank. Die Ergebnisse deuteten darauf hin, dass eine Allokation von nur 1 % der Reserven in Bitcoin die erwarteten Renditen steigern könnte. Die Risikoniveaus, so sagte er, würden aufgrund der geringen Korrelation von Bitcoin mit anderen Vermögenswerten weitgehend unverändert bleiben.
Die CNB verwaltet rund 180 Milliarden Dollar an Reserven, was der Analyse Gewicht verleiht. Michl räumte die Volatilität von Bitcoin ein, merkte aber an, dass traditionelle Vermögenswerte ebenfalls Konzentrationsrisiken bergen. Er argumentierte, dass Reserve-Manager bereits Korrelationsrisiken durch gleichgerichtete Instrumente ausgesetzt seien. Eine kleine Bitcoin-Allokation könnte diese Struktur ausgleichen.
Die von der CNB ergriffenen Schritte heben sie von den meisten Zentralbanken ab. Michl brachte BTC erstmals Anfang 2025 als Reserveoption ins Spiel. Später schlug er vor, bis zu 5 % der Reserven zu allokieren. Dieser Vorschlag führte zu einer tiefergehenden internen Studie. Bis November 2025 hatte die Bank ihren ersten digitalen Vermögenswertkauf über ein Testportfolio getätigt, das Bitcoin enthielt.
Zentralbank-BTC-Debatte dreht sich, während Prags Vorstoß an Fahrt gewinnt
Trezor-CFO Štěpán Uherik wies auf den Gegensatz zur Europäischen Zentralbank hin. EZB-Vertreter haben argumentiert, dass der Ur-Kryptowährung die Liquidität fehle und sie für Reserven ungeeignet sei. Uherik sagte, Michls Analyse stelle diese Ansicht direkt infrage. Er fügte hinzu, dass sich die Debatte nun dahin verschieben könnte, ob sich Zentralbanken leisten können, Bitcoin zu ignorieren.
Standard Chartered hatte zuvor vorgeschlagen, dass Staatsfonds Bitcoin ähnlich wie Gold behandeln könnten. Dieser Vergleich positioniert Bitcoin als Diversifikationsinstrument und nicht als exotische Anlage. Michls Äußerungen verleihen dieser These institutionelle Rückendeckung.
Prags Geschichte mit der Ur-Kryptowährung gibt der Haltung der CNB Kontext. Die Stadt war Schauplatz früher Entwicklungen wie des ersten Mining-Pools und der ersten Hardware-Wallet. Uherik merkte an, dass dieser Hintergrund eine langjährige lokale Verbindung zu Bitcoin widerspiegele.
Die Aufmerksamkeit gilt nicht mehr der Frage, ob BTC für Reserven geeignet ist. Der Fokus verlagert sich darauf, wie lange andere Zentralbanken die Daten ignorieren können, die von frühen Anwendern wie der CNB kommen.





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