Lagarde schlägt Alarm, da sich der 300-Milliarden-Dollar-Stablecoin-Markt zum Dollar hin neigt.
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Lagarde schlägt Alarm, da sich der 300-Milliarden-Dollar-Stablecoin-Markt zum Dollar hin neigt.

Von germanlbn

Lagarde warnt Europa vor digitaler Dollarisierung, da der 300-Milliarden-Dollar-Stablecoin-Markt von auf US-Dollar basierenden Token dominiert wird.

Christine Lagarde hat gewarnt, dass Europa einer wachsenden Exposition gegenüber dollarunterlegten Stablecoins ausgesetzt ist, während der Markt sich der Marke von 300 Milliarden Dollar nähert.

Die EZB-Präsidentin bezeichnete das Risiko als „digitale Dollarisierung“, also die breitere Nutzung von an den Dollar gebundenen digitalen Vermögenswerten im Ausland.

Stablecoins sind an traditionelle Währungen gekoppelt, und USDT und USDC dominieren Kryptozahlungen und -handel, indem sie schnelle grenzüberschreitende Dollar-Liquidität außerhalb von Banken bieten.

Europa steht unter Druck durch Dollar-Stablecoins

Europa hat jahrelang an Regeln für Kryptomärkte gearbeitet. Die Verordnung über Märkte für Kryptowerte, bekannt als MiCA, steht nun im Mittelpunkt dieses Ansatzes.

MiCA legt Regeln für Stablecoin-Emittenten und Kryptofirmen in der Europäischen Union fest. Es verlangt auch Reserven, Offenlegungen und Lizenzen für regulierte Aktivitäten.

Doch Lagardes Warnung deutet darauf hin, dass Regulierung allein das umfassendere Problem möglicherweise nicht lösen kann. Dollarunterlegte Token verfügen bereits über tiefe Liquidität und starke Marktnutzung.

Auf Euro lautende Stablecoins existieren, darunter SocGens EURCV. Andere Euro-Token suchen ebenfalls Verwendung in Zahlungen und Abwicklung.

Die Akzeptanz bleibt jedoch im Vergleich zu Dollar-Stablecoins begrenzt. Viele Kryptokarten und Zahlungstools verwenden immer noch USDC für Stablecoin-Aufladungen.

Dieses Muster ist von Bedeutung, weil Verbraucherzahlungsschienen das Marktverhalten prägen können. Es zeigt auch, dass die Nutzung digitaler Dollar nicht auf Handelsplattformen beschränkt ist.

Banken und Regulierungsbehörden suchen eine Euro-Antwort

Europäische Banken haben tokenisierte Bankeinlagen als weitere Option untersucht. Diese Produkte zielen darauf ab, Bankgeld auf digitale Ledger zu bringen.

Die Fortschritte waren langsam, weil Banken vor Herausforderungen in Bezug auf Compliance, Technologie und Abwicklung stehen. Sie müssen auch Einlagen schützen und Bilanzrisiken managen.

Auch Großhandelsprojekte für digitale Zentralbankwährungen wurden getestet. Diese sind hauptsächlich für Banken und Finanzinstitute konzipiert.

Kritiker sagen, dass Großhandels-CBDCs möglicherweise nicht die Nachfrage nach Einzelhandelszahlungen lösen. Sie unterscheiden sich auch von privaten Stablecoins, die von Verbrauchern und Kryptofirmen genutzt werden.

Lagarde hat zuvor eine vorsichtige Haltung gegenüber Krypto-Assets eingenommen. Ihre jüngste Warnung zeigt, dass Stablecoins nun ein geldpolitisches Thema sind.

Die EZB hat die Arbeit an einem digitalen Euro unterstützt. Dieses Projekt zielt darauf ab, Europäern eine öffentliche digitale Zahlungsoption zu bieten.

Aber private Stablecoins lassen sich schneller auf globalen Plattformen einsetzen. Sie können auch durch Börsen, Wallets und Zahlungskarten wachsen.

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Währungssouveränität verlagert sich auf digitale Schienen

Das Hauptanliegen für Europa ist die Kontrolle über die zukünftige Geldinfrastruktur. Wenn Dollar-Token digitale Zahlungen dominieren, könnte die Nutzung des Euro in einigen Märkten schwächer werden.

Das Risiko betrifft nicht nur den Kryptohandel. Es bezieht sich auch auf Zahlungen, Ersparnisse, Abwicklung und tokenisierte Vermögenswerte.

US-Dollar-Stablecoins sind oft durch kurzfristige Staatsanleihen besichert. Dies gibt ihnen eine starke Verbindung zu den US-Finanzmärkten.

Einige Marktteilnehmer erwarten, dass tokenisierte Treasury-Produkte weiter wachsen. Ein breiterer Zugang zu tokenisierten realen Vermögenswerten könnte die Dollar-Netzwerkeffekte verstärken.

Die Herausforderung für Europa besteht darin, nützliche eurobasierte Alternativen zu schaffen. Dazu könnten regulierte Euro-Stablecoins, tokenisierte Einlagen und liquide digitale Vermögensmärkte gehören.

Ein glaubwürdiges Euro-System würde verlässliche Reserven und klare Regeln erfordern. Es bräuchte auch Zahlungstools, die Menschen und Firmen freiwillig nutzen.

Lagardes Warnung stellt digitales Geld in den Mittelpunkt der Währungssouveränität. Europa steht nun vor einem praktischen Test, während Dollar-Stablecoins an Größe gewinnen.

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