Polymarket drängt auf verpflichtende KYC angesichts regulatorischen Drucks und Sanktionsrisiken
Market News

Polymarket drängt auf verpflichtende KYC angesichts regulatorischen Drucks und Sanktionsrisiken

Von germanlbn

Polymarket erhöht KYC-Prüfungen während der Beta-Phase, da Regulierungsbehörden Bedenken bezüglich Sanktionen, Insiderhandel und eingeschränktem Marktzugang äußern.

Polymarket verstärkt seine Identitätsüberprüfungsmaßnahmen, während der regulatorische Druck weltweit zunimmt. Die Prognosemarkt-Plattform möchte Sanktionsrisiken und potenzielle rechtliche Probleme minimieren. Darüber hinaus werden in mehreren Ländern Online-Prognosemärkte und Handelsaktivitäten im Zusammenhang mit Kryptowährungen genau überwacht.

Polymarket erweitert Verifizierungsbemühungen während der Beta-Phase

Laut einem Bericht von The Information hat Polymarket damit begonnen, einige Nutzer zur Identitätsüberprüfung aufzufordern. Das Unternehmen möchte die Einhaltung von Finanzvorschriften und Sanktionsrichtlinien verbessern. Darüber hinaus soll der Einsatz automatisierter Systeme und Handelsroboter eingeschränkt werden, indem der Zugang zu gesperrten Märkten blockiert wird.

Es wurde über Polymarkets Behauptungen über eine verpflichtende KYC auf seiner Plattform berichtet. Doch Polymarket wies diese Vorwürfe schnell zurück, nachdem die Berichte online gingen. Josh Stevens, Vice President of Engineering des Unternehmens, erklärte, dass KYC nur für ein separates Beta-Produkt verwendet werde.

Verwandte Lektüre: Trump pusht Krypto-Boom, verteidigt CFTC-Kontrolle über Prognosemärkte | Live Bitcoin News 

Die aktuelle Polymarket-Plattform unterliege keiner KYC-Verifizierung, so Stevens. Weiterhin erklärte er, dass das neue Beta-Produkt nur während der Testphase eine KYC benötige. Nach der Beta-Phase werde das Unternehmen diese Anforderungen aus dem Produkt entfernen.

In der Zwischenzeit verstärken die US-amerikanischen und europäischen Regulierungsbehörden ihre Untersuchungen von Prognosemärkten. Mehrere Ermittlungen konzentrieren sich auf Insiderhandelsprobleme im Zusammenhang mit bedeutenden geopolitischen Ereignissen. Dies hat zu erhöhtem Druck auf Plattformen wie Polymarket geführt, ihre Überwachungssysteme und Compliance-Protokolle zu verbessern.

Einigen Berichten zufolge nutzten einige Nutzer über Proxy-Server und automatisierte Handelsroboter gesperrte Märkte. Einige Entwickler sollen zudem Telegram-Funktionen genutzt haben, um den Handel auf eingeschränkte Bereiche zu lenken.

Polymarket stand auch zunehmend unter Druck wegen der möglichen Nutzung in sanktionierten Gebieten wie Russland. Die Behörden befürchten, dass Händler durch die Verwendung von VPNs und automatisierten Systemen Beschränkungen umgehen könnten.

Regulierungsbehörden erhöhen Druck auf Prognosemarkt-Plattformen

In mehreren Ländern gab es kürzlich Änderungen in den Vorschriften für Prognosemarkt-Plattformen und Online-Wettdienste. Internetanbieter in Spanien, Brasilien und Indonesien sollen von Regulierungsbehörden angewiesen worden sein, den Zugang zu bestimmten Prognosemärkten zu sperren. Darüber hinaus stuften einige Behörden diese Dienste als nicht lizenzierte Glücksspieloperationen ein.

Polymarket führt zudem robustere Marktintegritätsmaßnahmen ein, um Manipulationsrisiken zu minimieren. Zu den Zielen des Unternehmens gehört die Verhinderung von Wash Trading, Spoofing und dem Handel mit privaten Informationen. Darüber hinaus könnten diese Maßnahmen dazu beitragen, die Transparenz und das Vertrauen auf der Plattform sowohl bei Nutzern als auch bei Regulierungsbehörden zu erhöhen.

Berichten zufolge werden Konten mit sehr hohen Handelsvolumina zur Identitätsüberprüfung aufgefordert. Wenn Händler häufig Ein- und Auszahlungen tätigen, können sie ebenfalls zur Verifizierung aufgefordert werden. Daher versucht Polymarket, verdächtige Transaktionen zu erkennen, bevor die Regulierungsbehörden weitere Bedenken äußern.

Gleichzeitig bietet das Unternehmen Anreize für Nutzer, die eine freiwillige KYC- und KYB-Verifizierung durchführen. Verifizierte Nutzer erhalten während der Stoßzeiten einen schnelleren Serverzugriff und eine geringere Handelslatenz. Polymarket hofft so, dass sich mehr Händler für den Verifizierungsprozess entscheiden.

Das Unternehmen unterhält zudem einen separaten Dienst namens „Polymarket USA“ für seine US-Aktivitäten, der weiterhin getrennt bleibt. Diese Plattform arbeitet Berichten zufolge über Vermittler, die von der Commodity Futures Trading Commission reguliert werden. Dies liegt daran, dass es Polymarket ermöglicht, im strengeren amerikanischen Finanzumfeld mit größerer Vorsicht zu agieren.

Angesichts des zunehmenden rechtlichen Drucks weltweit bleibt Polymarket der weltweit größte Prognosemarkt. Doch die Regulierungsbehörden bleiben wachsam in Bezug auf Sanktionen, Insiderhandelsprobleme und unbefugten Marktzugang.

germanlbn

Über den Autor

germanlbn

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert