- Südkorea strebt eine Ausweitung der Travel Rule auf kleinere Krypto-Transfers weltweit an.
- Die FIU zielt auf AML-Schlupflöcher ab, die durch Transaktionsaufteilung und Smurfing entstehen.
- Neue Regeln werden Börsen dazu verpflichten, mehr Transferdaten zu überwachen und zu teilen.
Südkorea unternimmt Schritte zur Stärkung der Überwachung von Kryptowährungstransaktionen, indem es die Travel-Rule-Anforderungen auf kleinere Transfers ausweitet. Der Vorschlag zielt darauf ab, Geldwäsche-Schlupflöcher zu schließen, die es Nutzern ermöglichen, große Transaktionen in kleinere Beträge aufzuteilen, um einer Prüfung zu entgehen. Die Regulierungsbehörden streben zudem eine breitere globale Übernahme strengerer Standards durch die Financial Action Task Force (FATF) an.
Südkorea drängt auf eine breitere Abdeckung der Travel Rule
Die südkoreanische Financial Intelligence Unit (FIU) hat bei den jüngsten FATF-Diskussionen in Paris eine strengere Umsetzung der Crypto Travel Rule gefordert. Der Vorschlag konzentriert sich auf die Ausweitung der Compliance-Anforderungen auf Krypto-Transfers mit geringerem Wert, die derzeit in vielen Ländern unter den Meldeschwellen liegen.
Nach den bestehenden südkoreanischen Vorschriften müssen Börsen bei Transfers über 1 Million Won Sender- und Empfängerinformationen sammeln und teilen. Die Regulierungsbehörden argumentieren, dass diese Schwelle Schlupflöcher schafft, die von Personen ausgenutzt werden können, die versuchen, Geldwäscheprüfungen durch Transaktionsaufteilung, allgemein bekannt als Smurfing, zu umgehen.
JUST IN: South Korea is tightening its crypto Travel Rule, expanding AML surveillance to even smaller transfers (around or below 1M won), meaning exchanges must now collect and share sender and receiver data on more transactions to close loopholes used for “smurfing” and illicit… pic.twitter.com/iFgGxj5Fja
— EyeWhales (@EyeWhales) June 22, 2026
Die FIU möchte, dass die Travel-Rule-Verpflichtungen für eine breitere Palette von Transaktionen gelten. Die Beamten haben die FATF-Mitglieder auch ermutigt, eine vollständige Abschaffung der Mindestschwellen in Betracht zu ziehen. Falls dies angenommen wird, müssten die Börsen für erheblich mehr Transaktionen Kundeninformationen verarbeiten und übermitteln.
Regulierungsbehörden zielen auf grenzüberschreitende Compliance-Lücken
Die südkoreanischen Behörden setzen sich zudem dafür ein, dass die Travel-Rule-Anforderungen gleichermaßen für sendende und empfangende Virtual-Asset-Dienstleister gelten. Ziel ist es, sicherzustellen, dass Transaktionsdaten während des gesamten Transferprozesses verfügbar bleiben.
Laut der FIU schaffen Unterschiede in Lizenzsystemen, Aufsichtsstandards und Registrierungsanforderungen weiterhin Möglichkeiten für Regulierungsarbitrage. Kriminelle Akteure können diese Inkonsistenzen ausnutzen, indem sie Gelder durch Länder mit schwächerer Aufsicht leiten.
Der Vorschlag beinhaltet auch eine strengere Prüfung von Offshore- und nicht registrierten Krypto-Plattformen. Die Regulierungsbehörden glauben, dass diese Einrichtungen aufgrund begrenzter Aufsicht und Compliance-Kontrollen ein wachsendes Risiko für die weltweiten Bemühungen zur Bekämpfung von Geldwäsche darstellen.
Südkorea hat vorgeschlagen, dass die FATF-Mitglieder strengere Maßnahmen für Transaktionen mit Hochrisiko- oder nicht registrierten Anbietern in Betracht ziehen. Diese Schritte könnten verstärkte Sorgfaltspflichten und Beschränkungen für Transfers umfassen, bei denen Kundeninformationen nicht überprüft werden können.
Inländische Regeländerungen für August geplant
Der internationale Vorschlag steht im Einklang mit den bereits in Südkorea geplanten regulatorischen Änderungen. Die Behörden bereiten sich darauf vor, die inländische Travel-Rule-Schwelle zu senken, sodass alle Kryptowährungstransfers unabhängig vom Wert Compliance-Anforderungen unterliegen.
Frühere Diskussionen umfassten die Meldepflicht für große Transfers an ausländische Börsen und persönliche Wallets. Lokale Branchenteilnehmer argumentierten jedoch, dass feste Meldeschwellen operative Herausforderungen schaffen würden, während sie nur begrenzte Vorteile böten.
Die Regulierungsbehörden entschieden sich letztendlich für einen risikobasierten Überwachungsansatz. Von den Börsen wird erwartet, dass sie verdächtige Aktivitäten durch Transaktionsanalyse und interne Compliance-Systeme identifizieren, anstatt sich ausschließlich auf vorgegebene Meldeschwellen zu verlassen.
Der Schritt spiegelt Südkoreas breitere Bemühungen wider, die Aufsicht über digitale Vermögensmärkte zu stärken und gleichzeitig die internationale Koordination bei Geldwäschestandards zu unterstützen. Während die FATF die globale Krypto-Compliance weiterhin überprüft, positioniert sich das Land als einer der stärksten Befürworter einer strengeren Überwachung von Kryptowährungstransfers.




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