- Taiwan schreibt Lizenzen für Krypto-Firmen nach dem neuen Gesetz über virtuelle Vermögensdienstleistungen vor.
- Emittenten von Stablecoins benötigen die Zustimmung der Zentralbank und der Finanzaufsichtsbehörde mit vollständiger Reservenunterlegung.
- Das neue Gesetz sieht strengere Strafen für Betrug, Manipulation und nicht lizenzierte Geschäfte vor.
Taiwan hat das Gesetz über virtuelle Vermögensdienstleistungen verabschiedet und damit seinen ersten umfassenden Rechtsrahmen für Kryptowährungsunternehmen und Stablecoin-Emittenten geschaffen. Die Gesetzgebung führt obligatorische Lizenzanforderungen, strengere Compliance-Standards und härtere Strafen für Betrug und nicht lizenzierte Geschäfte ein. Sie schafft zudem ein eigenes Regulierungsregime für Stablecoins und bietet der digitalen Vermögensbranche des Landes mehr rechtliche Klarheit.
Taiwan führt neue Regeln für Krypto-Unternehmen ein
Die taiwanesische Legislative genehmigte das Gesetz über virtuelle Vermögensdienstleistungen nach seiner dritten Lesung und schuf damit einen umfassenden Regulierungsrahmen für die heimische Kryptowährungsbranche. Der Gesetzentwurf wird nun zur Verkündung weitergeleitet, bevor das Kabinett das offizielle Inkrafttreten bekannt gibt.
Die Gesetzgebung verlangt, dass jeder Anbieter virtueller Vermögensdienstleistungen vor der Erbringung regulierter Kryptodienstleistungen die Genehmigung der Finanzaufsichtsbehörde einholt. Bisher mussten Krypto-Unternehmen vor ihrer Tätigkeit lediglich die Registrierungsanforderungen zur Bekämpfung von Geldwäsche erfüllen.
Taiwan lawmakers pass crypto and stablecoin billhttps://t.co/b4A43U24Nz pic.twitter.com/ZETlyTN9GY
— Taiwan News (@TaiwanNewsEN) July 1, 2026
Der neue Rahmen erweitert die regulatorische Aufsicht durch die Einführung von sieben Kategorien für virtuelle Vermögensdienstleistungen in der gesamten Kryptowährungsbranche. Diese Kategorien umfassen Börsen, Handelsplattformen, Übertragungsdienste, Verwahrer, Kreditgeber, Underwriter und andere festgelegte virtuelle Vermögensaktivitäten.
Lizenzierte Unternehmen müssen interne Kontrollsysteme einrichten und gleichzeitig die Cybersicherheit und das Betriebsrisikomanagement in ihren gesamten Geschäftsbereichen stärken. Sie müssen zudem Kundengelder von Unternehmensgeldern trennen und klare Verfahren für die Listung und Delistung virtueller Vermögenswerte befolgen.
Bestehende Kryptowährungsunternehmen, die unter den aktuellen Regeln zur Geldwäscheregistrierung tätig sind, erhalten eine Übergangsfrist, bevor die vollständige Lizenzierung verpflichtend wird. Die Unternehmen müssen innerhalb von zwölf Monaten Lizenzanträge einreichen und die behördliche Genehmigung während der verlängerten Compliance-Frist abschließen.
Die Behörden erklärten, dass die Gesetzgebung den Anlegerschutz stärkt und gleichzeitig klarere Betriebsstandards für Unternehmen schafft, die am taiwanesischen Markt für digitale Vermögenswerte teilnehmen. Der Rahmen reduziert zudem die regulatorische Unsicherheit, indem er den bisherigen registrierungsbasierten Ansatz durch umfassende Lizenzanforderungen ersetzt.
Stablecoin-Rahmenwerk führt Reserve- und Genehmigungsanforderungen ein
Die neue Gesetzgebung etabliert Taiwans ersten Regulierungsrahmen, der speziell für Stablecoin-Emittenten gilt, die im Finanzsystem des Landes tätig sind. Unternehmen, die Stablecoins ausgeben möchten, müssen vor der Einführung sowohl die Genehmigung der Zentralbank als auch der Finanzaufsichtsbehörde einholen.
Genehmigte Stablecoin-Emittenten müssen ausreichende Reservevermögenswerte vorhalten, regelmäßige Prüfungen durchführen und die ihre Geschäftstätigkeit unterstützenden Finanzinformationen öffentlich offenlegen. Reservevermögenswerte müssen zudem bei qualifizierten Verwahrern verbleiben, um die Transparenz zu verbessern und das Vertrauen in die Stablecoin-Ausgabe zu stärken.
Das Gesetz führt strengere strafrechtliche Sanktionen für den Betrieb virtueller Vermögensgeschäfte oder die Ausgabe von Stablecoins ohne die erforderliche behördliche Genehmigung ein. Verstöße können mit Haftstrafen von bis zu sieben Jahren sowie Geldstrafen von bis zu 100 Mio. NT-Dollar geahndet werden.
Die Behörden erhöhten zudem die Strafen für Kryptowährungsbetrug und Marktmanipulation im Rahmen des neu verabschiedeten Rechtsrahmens im gesamten taiwanesischen Sektor für digitale Vermögenswerte. Personen, die schwerer Straftaten für schuldig befunden werden, müssen mit Haftstrafen zwischen drei und zehn Jahren sowie Geldstrafen zwischen 10 Mio. und 200 Mio. NT-Dollar rechnen.
Darüber hinaus verabschiedeten die Abgeordneten eine ergänzende Entschließung, die die Regulierungsbehörden auffordert, innerhalb eines Jahres Vorschläge für Derivate auf virtuelle Vermögenswerte und damit verbundene Anlageprodukte vorzubereiten. Der Vorschlag zielt darauf ab, künftige Anlagemöglichkeiten zu erweitern und gleichzeitig die langfristige Entwicklung des regulierten taiwanesischen Kryptowährungsmarktes zu unterstützen.
Der neue Rahmen bringt Taiwan zudem näher an Regulierungsansätze heran, die in mehreren internationalen Märkten verfolgt werden, und bietet gleichzeitig klarere Regeln für Unternehmen. Branchenteilnehmer werden sich nun auf den Übergang vorbereiten, während die Regulierungsbehörden die Umsetzungsmaßnahmen und unterstützenden Compliance-Anforderungen finalisieren.





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