- Chinas Rechtsexperten fordern strengere Krypto-Geldwäscheregeln, um Herausforderungen bei der Durchsetzung von Geldwäschebekämpfung zu bewältigen.
- Vorgeschlagene Blockchain-Beweisstandards zielen darauf ab, Ermittlungen bei Kryptowährungsverbrechen und Gerichtsverfahren zu verbessern.
- Neue Maßnahmen zur Vermögensrückgewinnung zielen auf die Verwaltung beschlagnahmter Kryptowährungen und die grenzüberschreitende Durchsetzungszusammenarbeit ab.
Chinas Rechtsexperten haben einen neuen Rahmen vorgeschlagen, um die Durchsetzung der Geldwäschebekämpfung bei Kryptowährungen zu stärken, die Blockchain-Beweisstandards zu verbessern und die Verfahren zur Rückgewinnung digitaler Vermögenswerte zu verbessern.
China zielt auf rechtliche Lücken in Fällen von Kryptowährungs-Geldwäsche ab
Chinesische Staatsanwälte und Rechtsforscher haben Reformen vorgeschlagen, die darauf abzielen, Herausforderungen bei Ermittlungen zu Geldwäsche im Zusammenhang mit Kryptowährungen zu bewältigen. Die Empfehlungen wurden veröffentlicht in der theoretischen Ausgabe der Procuratorial Daily von Yang Yingjie, Guo Shaoyou und Liu Xinqi.
Die Autoren sagten, dass virtuelle Währungen die finanzielle Effizienz verbessert haben, während ihre dezentrale Struktur und grenzüberschreitenden Merkmale neue Risiken geschaffen haben. Daher stehen die Behörden bei der Untersuchung illegaler Transaktionen mit digitalen Vermögenswerten vor wachsenden Schwierigkeiten.
Das Papier identifizierte drei große Herausforderungen, die die Durchsetzung beeinträchtigen: strafrechtliche Einordnung, Beweissammlung und Vermögensrückgewinnung. Es argumentierte, dass bestehende rechtliche Rahmenbedingungen Schwierigkeiten haben, mit den technischen Merkmalen blockchain-basierter Finanzverbrechen Schritt zu halten.
Chinas Anti-Geldwäsche-Gesetz hat den Umfang der Vortaten erweitert. Dennoch gilt Artikel 191 des Strafgesetzbuchs weiterhin nur für sieben spezifische zugrunde liegende Straftaten.
Infolgedessen werden einige Fälle von Geldwäsche mit Kryptowährungen, die andere Straftaten betreffen, oft unter Bestimmungen zur Verschleierung oder Verdeckung von Straftaten behandelt. Die Autoren warnten, dass dies zu einer übermäßigen Abhängigkeit von breiteren strafrechtlichen Bestimmungen führen könnte.
Der Vorschlag empfiehlt eine stärkere richterliche Anleitung und eine verbesserte Koordination zwischen Ermittlern und Staatsanwälten.
Zusätzlich sollten die Behörden mögliche Geldwäsche-Anklagen parallel zu den Ermittlungen zu den ursprünglichen Straftaten prüfen.
Vorgeschlagene Blockchain-Beweisregeln zur Unterstützung von Ermittlungen
Die Experten hoben hervor, dass Ermittlungen zu Kryptowährungen mit erheblichen Hindernissen konfrontiert sind, da Kriminelle zunehmend Datenschutztools, Mischer, dezentrale Börsen und Cross-Chain-Transfers einsetzen.
Diese Methoden können die Identifizierung des Wallet-Besitzers erschweren. Darüber hinaus können fragmentierte Transaktionsaufzeichnungen und internationale Datenbarrieren die Bemühungen zur Erstellung vollständiger Finanzketten erschweren.
Um diese Probleme zu lösen, schlugen die Autoren vor, Blockchain-Transaktionsaufzeichnungen als zuverlässige elektronische Beweise anzuerkennen, wenn Daten unabhängig verifiziert werden können und Hash-Werte unverändert bleiben.
Sie schlugen auch vor, Blockchain-Analyseberichte qualifizierter Unternehmen als spezialisierte Beweise zu akzeptieren. Gerichte sollten jedoch die Zuverlässigkeit der Analysemethoden, -werkzeuge und -ergebnisse prüfen, bevor sie den Beweiswert bestimmen.
Darüber hinaus unterstützt der Vorschlag in bestimmten Fällen angemessene rechtliche Vermutungen. Ermittler könnten einen kriminellen Vorsatz annehmen, wenn Einzelpersonen anonymitätsfokussierte Tools nutzen oder ungeklärte große Transaktionen über nicht identifizierte Wallets tätigen.
Die Autoren forderten auch klarere Standards für technische Ermittlungsmethoden, während gleichzeitig der Schutz der Privatsphäre und der Cybersicherheit gewahrt bleibt.
China strebt ein einheitliches System zur Rückgewinnung von Krypto-Vermögenswerten an
Die Vermögensrückgewinnung bleibt eine weitere große Herausforderung in strafrechtlichen Fällen im Zusammenhang mit Kryptowährungen. Das Papier stellte fest, dass Beschränkungen des Krypto-Handels für die Behörden Schwierigkeiten bei der Verwaltung beschlagnahmter digitaler Vermögenswerte geschaffen haben.
Derzeit gibt es unklare Verfahren für die Verwahrung privater Schlüssel, die Bewertung von Vermögenswerten und die Liquidation, nachdem Behörden Kryptowährungen beschlagnahmt haben. Daher empfahlen die Autoren die Schaffung eines nationalen Rahmens für die Handhabung dieser Vermögenswerte.
Der Vorschlag umfasst die Schaffung standardisierter Verfahren für Beschlagnahme, Verwahrung, Bewertung und Entsorgung. Zusätzlich könnte eine spezialisierte Plattform den Behörden helfen, beschlagnahmte digitale Vermögenswerte über konforme Kanäle zu verwalten.
Die Experten befürworteten auch eine stärkere internationale Zusammenarbeit, da Kryptowährungstransaktionen häufig über Grenzen hinweg stattfinden. Sie schlugen Abkommen vor, die den Informationsaustausch und die Bemühungen zur Vermögensrückgewinnung verbessern würden.
Insgesamt zielt der Rahmen darauf ab, Chinas Ansatz zur Bekämpfung von Finanzkriminalität im Zusammenhang mit Kryptowährungen zu modernisieren. Durch die Kombination stärkerer Beweisregeln, verbesserter Ermittlungen und koordinierter Vermögensverwaltung wollen die Behörden bestehende Durchsetzungslücken schließen.





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