- Japan stuft Krypto als Finanzprodukte gemäß der überarbeiteten Finanzgesetzgebung ein.
- Das neue Gesetz führt Insiderhandelsregeln und härtere Strafen für Verstöße ein.
- Die Reform unterstützt zukünftige Krypto-ETFs und einen vorgeschlagenen separaten Steuerrahmen von 20 %.
Japan hat ein wegweisendes Gesetz verabschiedet, das Kryptowährungen offiziell als Finanzprodukte im Rahmen des Gesetzes über Finanzinstrumente und Börsen anerkennt.
Die Gesetzgebung führt stärkere Anlegerschutzmaßnahmen, strengere Aufsicht für Krypto-Unternehmen ein und schafft die rechtliche Grundlage für zukünftige Steuerreformen und inländische Krypto-ETFs (Exchange-Traded Funds).
Japan verschärft Krypto-Regulierung und Anlegerschutz
Das japanische Parlament hat Änderungen des Gesetzes über Finanzinstrumente und Börsen genehmigt, die Kryptowährungen formell als Finanzprodukte und nicht als Zahlungsinstrumente anerkennen. Das Oberhaus verabschiedete den Gesetzesentwurf am 15. Juli und schloss damit die Zustimmung beider Kammern des Nationalen Parlaments ab.
Laut dem öffentlich-rechtlichen Rundfunk Japans NHK spiegelt die Gesetzesänderung den wachsenden Kryptomarkt des Landes und die zunehmende Beteiligung von Anlegern wider. Krypto-Konten in Japan haben nun die 14-Millionen-Marke überschritten, was die zunehmende Verbreitung unter Privatanlegern unterstreicht.
Das überarbeitete Gesetz verlagert die Krypto-Regulierung weg vom Zahlungsdienstegesetz. Stattdessen fallen digitale Vermögenswerte nun unter die wichtigste Finanzmarktgesetzgebung des Landes, zusammen mit traditionellen Anlageprodukten.
Die Änderung führt erstmals Insiderhandelsregeln für Kryptowährungsmärkte ein. Personen mit nicht offengelegten Informationen über Listings, Delistings oder andere wesentliche Ereignisse unterliegen ähnlichen Beschränkungen wie an den Wertpapiermärkten.
Darüber hinaus müssen Emittenten, die über neue Krypto-Assets Mittel beschaffen wollen, regelmäßige Offenlegungen vorlegen, in denen erläutert wird, wie die Gelder der Anleger verwendet werden. Bestimmte Emittenten von Krypto-Assets müssen zudem Jahresberichte veröffentlichen, um die Markttransparenz zu verbessern.
Die Gesetzgebung erhöht die Strafen für Unternehmen, die ohne Registrierung tätig sind, erheblich. Die Höchststrafe steigt von drei auf zehn Jahre Gefängnis, während die Höchststrafe von 3 Millionen Yen auf 10 Millionen Yen erhöht wird.
Darüber hinaus werden Kryptowährungsbörsen verpflichtet, finanzielle Rücklagen zu unterhalten, um Kunden zu entschädigen, wenn unbefugter Zugriff oder Cybersicherheitsvorfälle zu Verlusten führen.
Steuerreform und Krypto-ETF-Rahmenwerk rücken näher
Die Gesetzgebung schafft auch die rechtliche Grundlage für umfassende Steuerreformen, die Kryptowährungsanleger betreffen. Derzeit werden Krypto-Gewinne als sonstige Einkünfte behandelt und können einen kombinierten Steuersatz von bis zu 55 % erreichen.
Im Rahmen des neuen Regelwerks planen die Gesetzgeber die Einführung einer separaten Besteuerung von etwa 20 % zusammen mit einem dreijährigen Verlustvortragssystem. Diese Steuermaßnahmen bedürfen jedoch weiterer Umsetzungsregeln, bevor sie in Kraft treten.
Laut einem CoinPost Bericht sollen die Steueränderungen ab Januar 2028 in Kraft treten, wenn das überarbeitete Gesetz im Geschäftsjahr 2027 in Kraft tritt.
Die Änderungen schaffen auch den rechtlichen Rahmen, der für inländische Spot-Kryptowährungs-ETFs erforderlich ist. Obwohl die Zulassung von Bitcoin-ETFs weiterhin unsicher ist, erwägt die Japan Exchange Group Berichten zufolge bereits ab 2027 lokale Krypto-ETF-Notierungen.
Traditionelle Finanzinstitute, darunter Banken, Wertpapierfirmen und Treuhandgesellschaften, könnten teilnehmen, sobald detaillierte Vorschriften fertiggestellt sind. In der Zwischenzeit werden die Regierungsbehörden das nächste Jahr damit verbringen, Kabinettsverordnungen und Aufsichtsrichtlinien vorzubereiten, bevor das Gesetz vollständig in Kraft tritt.





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