Krypto wurde jahrelang von Banken ausgeschlossen. Die Fed könnte diese Tür endlich schließen.
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Krypto wurde jahrelang von Banken ausgeschlossen. Die Fed könnte diese Tür endlich schließen.

Von germanlbn

 Digital Chamber unterstützt den Vorschlag der Fed, das Reputationsrisiko aus der Bankenaufsicht zu streichen, und bezeichnet ihn als Lösung für jahrelanges Crypto-Debanking unter Operation Chokepoint 2.0

Der Brief lag bereits bei der Fed, bevor der Großteil der Branche ihn bemerkte. Am 27. April reichte die Digital Chamber einen formellen Kommentarbrief beim Board of Governors ein und sprach sich uneingeschränkt für einen vorgeschlagenen Regelung aus, der das Reputationsrisiko dauerhaft aus der Bankenaufsicht streichen würde.

Die Organisation, auf X als @DigitalChamber vertreten, repräsentiert über 250 Blockchain- und Digital-Asset-Unternehmen. Was sie in diesem Brief beschrieb, war nicht abstrakt. Zwischen 2021 und 2024 verweigerten Bundesregulierungsbehörden systematisch den Bankzugang zu rechtmäßigen Crypto-Debanking-Zielen, dokumentiert durch FDIC-„Pause-Briefe“ und FOIA-Unterlagen, die von Coinbase Global eingereicht wurden.

Der Kongress nannte es Operation Chokepoint 2.0. Der endgültige Mitarbeiterbericht des House Committee on Financial Services, der am 1. Dezember 2025 veröffentlicht wurde, legte dies im Detail dar.

Die Regel, die das Handbuch neu schreiben könnte

Der vorgeschlagene Regelungsentwurf der Fed, veröffentlicht im Federal Register unter 91 Fed. Reg. 9.499 am 26. Februar 2026, würde die Streichung des Reputationsrisikos aus den Prüfungsrahmenwerken kodifizieren. Die Digital Chamber drängte in ihrem Kommentarbrief auf eine härtere Gangart als vom Board vorgeschlagen.

TDC-CEO Cody Carbone unterzeichnete den Brief persönlich. Die Position: Kein rechtmäßiges Unternehmen sollte den Bankzugang verlieren, nur weil ein Regulierer subjektiv ein Reputationsproblem wahrnimmt.

Das Problem war, wie leicht dieser Standard zur Waffe werden konnte. Die von der Fed entworfene Definition umfasst „negative Publicity… ob wahr oder nicht“ als Grundlage für aufsichtliche Bedenken. Laut der TDC-Einreichung erlaubt dieser Rahmen es Prüfern, rechtmäßig konforme Institute zu bestrafen, weil sie Branchen bedienen, die politische Kontroversen anziehen. Nicht Betrug. Nicht Insolvenz. Politische Unannehmlichkeiten.

Vize-Vorsitzende für Aufsicht Michelle Bowman sagte dies in einer Erklärung vom 23. Februar 2026. Reputationsrisiko, so stellte sie fest, sei kein wirksames Aufsichtsinstrument. Feedback funktioniere, wenn es klar und umsetzbar sei. Dies war weder das eine noch das andere.

Chokepoint 2.0 hinterließ eine Papierspur

Die FDIC-Briefe sind jetzt öffentlich und zugänglich über Coinbase’s FOIA-Leseraum. Banken erhielten Anweisungen, Digital-Asset-Aktivitäten zu pausieren. Die ins Visier genommenen Unternehmen waren legal tätig. Nichts davon spielte unter einem Reputationsrisikostandard eine Rolle.

TDC wies auch auf etwas hin, das der Vorschlag nicht direkt anspricht. Das Wort „Reputation“ erschien in 1,5 % bis 4,6 % der Dokumente zu „Matters Requiring Attention“ und „Matters Requiring Immediate Attention“, je nach Institutstyp. Diese Rate ist laut der Einreichung nicht zufällig.

Die FDIC und OCC waren bereits aktiv geworden. Am 7. April 2026 erließen die beiden Behörden eine gemeinsame endgültige Regelung, die Reputationsrisiko in der Aufsicht formell verbietet. Die FDIC-Ankündigung ist auf der Behördenwebsite verfügbar. Die NCUA hatte bereits im September 2025 ähnliche Leitlinien herausgegeben.

TDC möchte, dass die Fed-Regelung weiter geht. Jede endgültige Version, so die Kammer, sollte Prüfer ausdrücklich daran hindern, Reputationsrisiko unter alternativen Bezeichnungen wie „Drittparteirisiko“, „Konzentrationsrisiko“ oder „strategisches Risiko“ neu zu charakterisieren. Diese Hintertür bleibt offen, wenn keine direkte Formulierung sie schließt.

Die Chokepoint-3.0-Dynamik, die a16z‘ Alex Rampell letztes Jahr identifizierte, bei der Banken von glatter Verweigerung dazu übergingen, Krypto-Firmen durch Datenzugriffsgebühren aus dem Markt zu drängen, zeigt, wie kreativ der Druck werden kann, wenn formelle Wege geschlossen werden.

Stablecoins, Aufsicht und was als Nächstes kommt

Es gibt noch einen weiteren Punkt, den der Kommentarbrief direkt anspricht. Die vorgeschlagene Definition der Fed für „Bankenorganisation“ soll schließlich zugelassene Zahlungs-Stablecoin-Emittenten nach 12 U.S.C. 5901(23) umfassen. TDC unterstützte diese Aufnahme. Digital-Asset-Unternehmen, die neben der Bankeninfrastruktur operieren, seien überproportional ins Visier genommen worden, so die Einreichung, durch subjektive Aufsicht, die auf eine rechtlich zulässige Branche angewendet wird.

Die Executive Order der Trump-Administration, „Guaranteeing Fair Banking for All Americans“, unterzeichnet am 7. August 2025, steht hinter all dem. Die Regelungsinitiative der Fed steht im Einklang mit dieser Anordnung. Ob sie die nächste Administration mit intakten Zähnen übersteht, ist eine andere Frage, weshalb TDC betonte, dass eine verbindliche Regelung die einzige wirkliche Lösung sei. Leitlinien können zurückgenommen werden. Eine kodifizierte Regel ist schwerer still und leise zu begraben.

Bankenregulierer haben sich seit Juni 2025 nicht mehr formell auf Reputationsrisiko gestützt. Dies zu kodifizieren, so die TDC-Einreichung, koste nichts in der Umsetzung. Die operative Maschinerie habe sich bereits geändert. Was die Fed jetzt entscheidet, ist, ob sie dies dauerhaft festschreiben will.

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