Bithumb-Fehler deckte schwache Kontrollen auf und trieb Regulierer dazu, Trading-Stopps zur Begrenzung von Kryptomarktrisiken zu erwägen.
Südkoreas Zentralbank fordert nach einem schweren Börsenfehler, der das Vertrauen erschütterte, strengere Sicherheitsvorkehrungen für den Kryptomarkt. Ein aktueller Bericht weist auf strukturelle Lücken zwischen digitalen Vermögensplattformen und traditionellen Finanzsystemen hin. Die Behörden wollen nun Mechanismen, die Schäden in Extremfällen begrenzen können. Der Fokus liegt darauf, zu verhindern, dass menschliche Fehler marktweite Störungen auslösen.
Handelschaos nach Bithumb-Fehler lenkt Fokus erneut auf Marktsicherungen
Die Bank of Korea hat nach einem kostspieligen Vorfall bei Bithumb die Einführung von Trading-Stopps (Circuit Breaker) für den Kryptohandel gefordert. In ihrem jüngsten Zahlungs- und Abwicklungsbericht, der am Montag veröffentlicht wurde, argumentiert die Zentralbank, dass den Kryptomärkten entscheidende Sicherungsmechanismen fehlen, wie sie im traditionellen Finanzwesen üblich sind.
Die Besorgnis geht auf einen Fehler vom 6. Februar zurück, bei dem Bithumb im Rahmen einer Werbeaktion irrtümlich 620.000 BTC überwies. Mitarbeiter sollen die Belohnungen fälschlicherweise in Bitcoin statt in südkoreanischen Won eingetragen haben. Der Betrag wurde zum damaligen Zeitpunkt auf etwa 43 Milliarden US-Dollar geschätzt.
Im Anschluss an den Vorfall folgte fast unmittelbar Chaos. Das Bitcoin-KRW-Handelspaar auf der Plattform fiel um etwa 15 %, was zu Verlusten für die Nutzer führte. Die Marktinstabilität verschärfte sich, als die Empfänger die fälschlicherweise an sie verteilten Mittel bewegten oder verkauften.
Auch Verzögerungen bei der internen Reaktion zogen Kritik auf sich, wobei viele auf die 20-minütige Verzögerung von Bithumb bei der Erkennung des Problems hinwiesen. In diesem Zeitfenster blockierte kein System Transaktionen oder schränkte ungewöhnliche Aktivitäten ein. Laut der Bank of Korea setzen solche Lücken Nutzer vermeidbaren Risiken aus.
Börsenfehler deckt Lücken auf, während Südkorea Handelsunterbrechungen ins Auge fasst
Regulierungsbehörden wollen nun, dass Börsen automatisierte Kontrollen einführen, die ungewöhnliche Überweisungen sofort erkennen. Zu den vorgeschlagenen Sicherheitsvorkehrungen gehören Systeme, die den Handel bei starken Kursschwankungen unterbrechen oder große, unregelmäßige Orders blockieren. Ähnliche Mechanismen gibt es bereits auf Aktienmärkten, um Blitz-Crashs zu verhindern.
Es wird erwartet, dass die Gesetzgeber diese Maßnahmen im Rahmen des bevorstehenden Digital-Asset-Basisgesetzes prüfen werden. Die Gesetzgebung zielt darauf ab, klarere Regeln für Südkoreas Kryptosektor zu definieren und die Aufsicht zu stärken.
In der Zwischenzeit kämpft Bithumb weiter mit den Folgen. Die Börse hat kürzlich eine gerichtliche Anordnung beantragt, um 7 BTC, die noch nicht zurückgeholt wurden, einzufrieren. Seit dem Vorfall haben sich die Untersuchungen und die behördliche Prüfung verschärft. Die Pläne für ihren Börsengang wurden ebenfalls auf 2028 verschoben.
Der Druck auf Börsen, ihre internen Kontrollen zu verbessern, wächst. Die Behörden sehen den Bithumb-Fall als Warnsignal für den breiteren Markt. Ohne stärkere Sicherungsmechanismen könnten ähnliche Vorfälle in Zukunft größere Störungen auslösen.





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