Krypto-Entführungen nehmen stark zu, da Datenlecks wohlhabende Inhaber offenlegen und organisierte Verbrechernetzwerke expandieren.
Frankreich sieht sich einer wachsenden Welle von Entführungen im Zusammenhang mit Kryptowährungen gegenüber, was sowohl bei Behörden als auch bei internationalen Beobachtern Besorgnis auslöst. In vielen Fällen zielen kriminelle Gruppen auf Personen ab, die mit digitalen Vermögenswerten in Verbindung stehen, und fordern Lösegeld in Kryptowährung. In den letzten zwei Jahren ist die Zahl der gemeldeten Vorfälle laut Polizeidaten stark gestiegen. Folglich warnen Beamte, dass diese Angriffe koordinierter und zunehmend gewalttätiger werden.
88 Angeklagte bei Maßnahmen gegen Krypto-Entführungen in Frankreich
Die Nationale Staatsanwaltschaft für die Bekämpfung der organisierten Kriminalität (PNACO) berichtet von einer starken Zunahme von Entführungen im Zusammenhang mit Kryptowährungen. Staatsanwältin Vanessa Perrée enthüllte, dass die Behörden im Jahr 2024 18 Vorfälle registrierten, die 2025 auf 67 und 2026 bereits auf 47 anstiegen.
Diese Fälle umfassen Entführungen, Freiheitsberaubungen und Erpressungen, bei denen die Opfer unter Druck gesetzt werden, digitale Vermögenswerte zu transferieren. Die Ermittler haben 88 Personen im Zusammenhang mit 12 laufenden Fällen angeklagt.
Mehr als zehn der Angeklagten sind Minderjährige, was auf einen besorgniserregenden Rekrutierungstrend unter jüngeren Teilnehmern hindeutet. In der Zwischenzeit haben die Behörden 75 Verdächtige in Untersuchungshaft genommen. Perrée stellte außerdem fest, dass mehrere Personen in mehreren Fällen auftauchen, was auf die Existenz strukturierter krimineller Netzwerke hindeutet.
Verknüpfte Krypto-Entführungen zeigen Muster organisierter Kriminalität in ganz Frankreich
Jüngste Festnahmen deuten auf ein koordiniertes Muster in mehreren Fällen hin. Die Polizei nahm drei Männer im Alter von 25 bis 30 Jahren wegen einer Entführung im November 2025 in Challes-les-Eaux fest. Einen Monat später brachten die Ermittler zwei von ihnen mit einem weiteren Fall in Dompierre-sur-Mer in Verbindung.
Den Verdächtigen drohen nun Anklagen wegen Entführung, Erpressung, Freiheitsberaubung und Geldwäsche. Ein vierter Verdächtiger wurde bei einer damit zusammenhängenden Operation festgenommen und befindet sich ebenfalls in Haft.
Bei diesen Vorfällen bleibt Gewalt ein ständiges und beunruhigendes Merkmal. Im Dezember 2025 entführten Angreifer ein Paar und zwangen es, etwa 8 Millionen Euro in Kryptowährung zu überweisen. Die Opfer wurden stundenlang gefesselt und geschlagen.
In einem anderen Fall in Paris entführten Entführer den Vater eines Krypto-Investors und hielten ihn fast 58 Stunden fest. Er wurde während des Vorfalls schwer verletzt, während die Kriminellen die Familie unter Druck setzten, Lösegeld zu zahlen.
Einer der ersten prominenten Fälle betraf David Balland, Mitbegründer von Ledger. Er und sein Partner wurden im Januar 2025 entführt. Die Behörden fanden seinen Partner später gefesselt in einem Fahrzeug vor, während Balland separat freigelassen wurde. Dieser Fall markierte den Beginn dessen, was Beamte nun als anhaltende Welle gezielter Angriffe bezeichnen.
Datenlecks treiben Anstieg von Krypto-Entführungen an, warnt Pavel Durov
Die wachsende Besorgnis konzentriert sich nun darauf, was diesen Trend antreibt und wie Kriminelle Ziele identifizieren. Telegram-Gründer Pavel Durov brachte die Zunahme von Krypto-Entführungen mit Datenlecks und schwachem Datenschutz in Verbindung. Er sagte, dass offengelegte Steuerunterlagen Kriminellen geholfen haben könnten, wohlhabende Krypto-Inhaber zu identifizieren.
41 kidnappings of crypto holders in France in 3.5 months of 2026.
Why?
🥖 French tax officials selling crypto owners' data to criminals (Ghalia C.) + massive tax database leaks.
Now the state also wants IDs and private messages of social media users.
More data = More victims.
— Pavel Durov (@durov) April 24, 2026
Ein schwerwiegender Verstoß bei der nationalen Identitätsbehörde Frankreichs legte persönliche Daten von etwa 19 Millionen Menschen offen. Namen, Adressen und Telefonnummern könnten an kriminelle Gruppen gelangt sein, was es einfacher macht, Ziele zu finden. Diese Vorfälle werden oft als „Schraubenschlüssel-Angriffe“ bezeichnet, bei denen Kriminelle Drohungen oder Gewalt anstelle von Hacking einsetzen.
Die Koordination zwischen Polizeieinheiten und spezialisierten Kriminalitätsbekämpfungsteams hat sich verbessert, was den Behörden hilft, effektiver auf diese Fälle zu reagieren. Die wachsende Zahl von Vorfällen übt jedoch weiterhin Druck auf die Strafverfolgungsbemühungen aus.
Die Staatsanwaltschaft plant, rechtliche Maßnahmen zu verschärfen und die Zusammenarbeit zwischen den Regionen zu verstärken, um das Problem zu bewältigen. Da immer mehr Menschen digitale Vermögenswerte übernehmen, entstehen neue finanzielle Möglichkeiten, aber auch reale Risiken. Experten warnen, dass Privatsphäre und persönliche Sicherheit genauso ernst genommen werden sollten wie digitale Sicherheit.





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