Kongress verzögert CLARITY Act, während die Kryptoindustrie ein weiteres verlorenes Jahr befürchtet
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Kongress verzögert CLARITY Act, während die Kryptoindustrie ein weiteres verlorenes Jahr befürchtet

Von germanlbn
  • Der Senat schloss seine Türen, ohne über das CLARITY-Gesetz abzustimmen, obwohl der Ausschuss es mit einer deutlichen Mehrheit von 15 zu 9 Stimmen verabschiedet hatte.
  • Senatorin Lummis warnte, dass bei einer verpassten aktuellen Gelegenheit ein neues Kryptogesetz bis 2030 verzögert werden könnte.
  • MiCA in Europa entwickelt sich weiter, während die US-Gesetzgeber weiterhin versuchen, ein einheitliches Gesetzespaket für Kryptowährungen zu verabschieden.

Das CLARITY-Gesetz, ein zentraler Krypto-Regulierungsentwurf in den Vereinigten Staaten, steht erneut vor einer möglichen Verzögerung. 

Nachdem es eine entscheidende Abstimmung im Senatsausschuss passiert hatte, ist der Entwurf ins Stocken geraten, da der Kongresskalender überlastet ist. 

Mit der nahenden Augustpause und den bevorstehenden Zwischenwahlen wächst die Nervosität in der Kryptobranche. Ein weiteres verlorenes Jahr könnte die Regulierung digitaler Vermögenswerte in den USA um fast ein halbes Jahrzehnt zurückwerfen.

Ein übervoller Kalender gefährdet mühsam errungene legislative Fortschritte

Das CLARITY-Gesetz wurde vom Bankenausschuss des Senats mit überparteilicher Unterstützung (15 zu 9) verabschiedet und gilt daher als wichtiger Schritt zur Entwicklung eines Regulierungsrahmens für digitale Währungen. 

Aufgrund dieses Votums glauben viele, dass bald eine Abstimmung im Plenum stattfinden wird. Doch innerhalb weniger Stunden nach der Abstimmung vertagte sich der Senat, ohne dass eine Plenarabstimmung zu diesem oder einem anderen Gesetzesentwurf anberaumt wurde. Daher scheint dieser Entwurf derzeit auf Eis zu liegen.

In ihrem Bericht über die Stimmung in Washington erwähnte die Journalistin Eleanor Terrett, dass sich „die Realität, ob zwei große Gesetzesvorhaben im Senat angesichts des Zeitdrucks und konkurrierender Prioritäten umgesetzt werden können“, durchsetze. 

Dies verstärkt die ohnehin bestehende Frustration der Krypto-Befürworter, die die Aktivitäten rund um diesen Entwurf genau verfolgen. Der Senat hat aufgrund der Haushaltsreconciliation und der Finanzierung einen vollen Terminkalender im Juni/Juli.

Auch das Repräsentantenhaus hat den Entwurf zwar bereits verabschiedet (mit 294 zu 134 Stimmen), aber auch dessen Tagesordnung ist genauso voll wie die des Senats. 

Die Abgeordneten sind bis mindestens zum 28. Juni nicht im Amt, und wenn sie aus der Pause zurückkehren, werden ihre Kalender mit Diskussionen über die Finanzierungsverhandlungen des Heimatschutzministeriums, den Iran-Konflikt und verschiedene Haushaltsreconciliationen gefüllt sein. 

Daher wird es in naher Zukunft nur sehr wenig Gelegenheit für den Kongress geben, sich mit der Gesetzgebung zu digitalen Vermögenswerten zu befassen.

Senatorin Lummis glaubt, dass eine weitere Verzögerung dazu führen wird, dass es bis 2030 zu keinen nennenswerten Reformen kommt. Dies ist nicht nur ein unwahrscheinliches Szenario; es ist politisch ein wahrscheinliches Ergebnis. 

Ein veränderter Kongress nach den Zwischenwahlen könnte jahrelange mühsame überparteiliche Arbeit zu diesem Thema ignorieren.

Die Branchennervosität wächst, während das globale Krypto-Rennen voranschreitet

Die Kryptobranche hat dieses Muster bereits über mehrere Gesetzgebungszyklen hinweg beobachtet. Gesetzesentwürfe gewinnen an Fahrt, werden aus dem Ausschuss verabschiedet, verlieren dann aber aufgrund anderer politischer Fragen die Zeit für das Plenum. 

Jeder Stillstand erhöht die zusätzliche Unsicherheit für Unternehmen und Investoren, die bereits aufgrund der Regulierungen mit Unsicherheit zu kämpfen haben. 

Unternehmen und Investoren befürchten, dass 2026 voller verpasster Chancen sein wird.

Das CLARITY-Gesetz würde die sich überschneidende Zuständigkeit zwischen der SEC und der CFTC für digitale Vermögenswerte klären. 

Diese Zuständigkeitsverwirrung hat seit jeher Compliance-Probleme für US-Kryptounternehmen verursacht. 

Ohne einen klaren Rahmen agieren Unternehmen weiterhin unter inkonsistenten Durchsetzungsmaßnahmen. Viele erkunden bereits freundlichere regulatorische Umgebungen im Ausland.

Europas MiCA-Rahmenwerk schreitet weiter voran, während Washington bei einem einheitlichen Ansatz ins Stocken gerät. Diese wachsende Kluft bringt die Wettbewerbsfähigkeit der USA im Bereich der Blockchain-Technologie in einen echten Nachteil. 

Länder mit klaren Regeln ziehen institutionelles Kapital und Innovationen effektiver an. Je länger der Kongress wartet, desto schwieriger wird es, diese Lücke zu schließen.

Abgeordneter Tom Emmer bleibt öffentlich optimistisch und verweist auf die anhaltende überparteiliche Unterstützung im Repräsentantenhaus. 

Er hat betont, dass die Dynamik hinter der Krypto-Regulierung trotz der terminlichen Hürden weiter zunimmt. 

Optimismus allein bringt jedoch keine Gesetzesentwürfe durch den vollen Sitzungsplan des Senats. Die kommenden Wochen stellen ein schmales, aber entscheidendes Zeitfenster für die US-Kryptopolitik und die Entwicklung der Branche in den kommenden Jahren dar.

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