- Adam Back und Michael Saylor warnen, dass BIP 110 das dezentrale Modell von Bitcoin herausfordern könnte.
- BIP 110 strebt Transaktionslimits an, steht jedoch aufgrund von Konsens- und Fork-Risiken in der Kritik.
- Die Unterstützung der Miner bleibt begrenzt, während Bitcoin über Netzwerkregeln und die Nutzung des Blockraums debattiert.
Die Governance-Debatte um Bitcoin verschärft sich, da sich Adam Back und Michael Saylor gegen BIP 110 wehren und argumentieren, dass der Vorschlag die Art und Weise, wie das Netzwerk mit Transaktionsfreiheit umgeht, neu gestalten könnte.
Bitcoin-Führungskräfte stellen BIP 110s Auswirkungen auf die Dezentralisierung in Frage
Laut einem Bericht von WuBlockchain steht Bitcoin vor einer weiteren großen Diskussion über seine zukünftige Richtung, nachdem prominente Branchengrößen BIP 110 kritisiert haben.
Blockstream-Mitbegründer Adam Back und Strategy-Gründer Michael Saylor haben sich beide gegen den Vorschlag ausgesprochen und Bedenken hinsichtlich seiner Auswirkungen auf die grundlegenden Prinzipien von Bitcoin geäußert.
Back argumentierte, dass BIP 110 eine Form der Transaktionskontrolle einführt, die mit der erlaubnisfreien Struktur von Bitcoin in Konflikt steht. Er glaubt, dass Nutzer weiterhin frei entscheiden sollten, wie sie den verfügbaren Blockraum nutzen, ohne zusätzliche Einschränkungen durch Konsensregeln.
Der Blockstream-Manager warnte davor, dass das Erzwingen einer kontroversen Änderung ohne breite Zustimmung die Gemeinschaft spalten könnte. Seiner Ansicht nach könnte ein fehlender Konsens zu konkurrierenden Chains statt einem einheitlichen Bitcoin-Netzwerk führen.
Adam Back and Michael Saylor Oppose BIP 110 on Bitcoin
Blockstream co-founder and Hashcash inventor Adam Back and Strategy founder Michael Saylor both opposed implementing BIP 110 on the Bitcoin network. Back said BIP 110 attempts to police other people’s transactions and… pic.twitter.com/XLGZqYvyRw
— Wu Blockchain (@WuBlockchain) July 12, 2026
Saylor äußerte ähnliche Bedenken und erklärte, dass BIP 110 die Art der aktuellen Debatte verändert. Anstatt lediglich eine Meinungsverschiedenheit über die Netzwerknutzung zu sein, schaffe der Vorschlag ein größeres Problem, indem er modifiziere, welche Transaktionen Bitcoin akzeptiert.
Der Strategy-Gründer betonte die Bedeutung stabiler, vorhersagbarer Netzwerkregeln. Er argumentierte, dass eine Änderung des Bitcoin-Konsensrahmens zur Behandlung bestimmter Transaktionskategorien Unsicherheit für Nutzer und Langzeitinvestoren schaffen könnte.
Die Meinungsverschiedenheit kommt zu einem Zeitpunkt, an dem Bitcoin weiterhin mit erhöhter Aktivität durch Inscriptions, Ordinals und andere Anwendungen konfrontiert ist, die zusätzliche Daten auf der Blockchain speichern. Befürworter von BIP 110 glauben, dass diese Nutzungen den Speicherdruck erhöhen und die Netzwerkeffizienz beeinträchtigen könnten.
Kritiker hingegen argumentieren, dass Bitcoin dafür entwickelt wurde, für verschiedene Nutzungsformen offen zu bleiben. Sie glauben, dass Transaktionsgebühren die Nachfrage nach Blockraum bestimmen sollten, anstatt neue Einschränkungen einzuführen.
BIP 110-Unterstützung bleibt unsicher, während Fork-Risiken wachsen
BIP 110 schlägt vorübergehende Grenzen für bestimmte datenbezogene Transaktionen vor, darunter Einschränkungen, die einige OP_RETURN-Aktivitäten und andere Methoden zum Hinzufügen von Informationen zu Bitcoin-Transaktionen betreffen. Der Vorschlag zielt darauf ab, das durch nicht-zahlungsbezogene Daten verursachte Blockchain-Wachstum zu reduzieren.
Befürworter sagen, die Änderungen könnten dazu beitragen, Node-Betreiber zu schützen, indem sie die Speicheranforderungen im Laufe der Zeit reduzieren. Sie argumentieren, dass der Hauptzweck von Bitcoin auf sichere Finanztransfers ausgerichtet bleiben sollte.
Gegner hingegen glauben, dass der Vorschlag unnötige Risiken schaffen könnte, indem er Konsensregeln ändert. Sie warnen, dass die Einschränkung bestimmter Transaktionstypen einen Präzedenzfall für zukünftige Beschränkungen schaffen könnte.
Der Vorschlag erfordert eine signifikante Beteiligung der Miner vor der Aktivierung. Miner müssten in 1.109 von 2.016 Blöcken ihre Unterstützung signalisieren, was der erforderlichen Schwelle von 55 % entspricht.
Die aktuellen Signalisierungsniveaus liegen weit unter dem erforderlichen Ziel, sodass die Zukunft von BIP 110 unklar bleibt.
Darüber hinaus würde die Zustimmung allein der Miner keine Adoption garantieren, da auch Node-Betreiber, Börsen und Wallet-Anbieter das Ergebnis beeinflussen würden.
Eine mögliche Chain-Spaltung bleibt eine der größten Sorgen im Zusammenhang mit dem Vorschlag. Wenn verschiedene Gruppen widersprüchliche Regeln übernehmen, könnten Bitcoin-Nutzer mit Unsicherheit darüber konfrontiert werden, welche Version des Netzwerks sie unterstützen.
BIP 110 bleibt vorerst eine ungelöste Governance-Debatte innerhalb des Bitcoin-Ökosystems. Die Diskussion spiegelt eine grundsätzliche Frage wider: ob Bitcoin seine Regeln aktiv anpassen oder seinen bestehenden Ansatz von Neutralität und Nutzerwahl bewahren sollte.




Schreibe einen Kommentar