Polen bleibt ohne klare Regeln für digitale Vermögenswerte, nachdem die Abgeordneten ein Veto des Staatspräsidenten nicht umgehen konnten.
Das polnische Parlament konnte am vergangenen Freitag ein präsidiales Veto gegen ein wichtiges Kryptoregulierungsgesetz nicht aufheben. Damit wird der politische Stillstand in der Frage, wie digitale Vermögenswerte in Polen überwacht werden sollen, andauern. Konkret verfehlten die Abgeordneten die erforderlichen 263 Stimmen, um das Veto von Präsident Karol Nawrocki zu überstimmen, und kamen nur auf 243.
Gesetzgeberische Folgen lassen Polen hinter anderen EU-Mitgliedstaaten zurück
Darüber hinaus ist Polen nun der einzige EU-Mitgliedstaat, der dem MiCA-Rahmen nicht gefolgt ist. Infolgedessen verfügt die polnische Finanzaufsichtsbehörde nicht über die Instrumente, um Finanzbetrug auf dem Markt zu verhindern.
Zudem können neue Kryptounternehmen derzeit keine angemessenen Lizenzen für einen legalen Betrieb in Polen erhalten. Aus diesem Grund könnten viele Unternehmen in nahegelegene Länder wie Deutschland oder Litauen abwandern. Darüber hinaus dürfen bestehende Anbieter nur noch nach den alten Regeln bis zum 1. Juli 2026 operieren.
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Tatsächlich verurteilte Finanzminister Andrzej Domański das Veto, weil es den lokalen Digitalmarkt untergrabe. Insbesondere ist er der Ansicht, dass das Fehlen von Regulation die Verbraucher faktisch ohne rechtlichen Schutz dastehen lässt. Somit können Anleger ohne neue staatliche Regelungen ihre Ersparnisse durch unlautere Praktiken verlieren.
Kernstreitigkeiten konzentrieren sich auf nationale Sicherheit und mutmaßlichen ausländischen Einfluss
Das Büro von Präsident Nawrocki behauptete, der neue Gesetzentwurf würde kleine Unternehmen zu stark belasten. Außerdem erklärte er, die vorgeschlagenen Regeln könnten die grundlegende finanzielle Freiheit polnischer Bürger gefährden. Infolgedessen widersetzt sich sein Büro weiterhin dem Gesetz, selbst nachdem der Premierminister sie gewarnt hatte.
Premierminister Donald Tusk stellte das Gesetz als eine entscheidende Frage der nationalen Sicherheit dar. Insbesondere behauptete Tusk, der Präsident schütze bestimmte Kryptobörsen, die mit russischen Mitteln gegründet wurden. Auf diese Weise ist die Regierung überzeugt, dass ungeregelte Kanäle ausländischen Akteuren ermöglichen, in polnische Finanzen einzugreifen.
Interessanterweise steht Zondacrypto im Zentrum dieser hochpolitischen Debatte. Insbesondere behauptete Donald Tusk, die Plattform sei mit Hilfe von Geld der russischen Mafia ins Leben gerufen worden.
Zudem wies Zondacrypto-CEO Przemysław Kral Vorwürfe zu Geldproblemen und nicht erfüllten Sponsoringvereinbarungen zurück. Er räumte jedoch ein, keinen Zugang zu einem Wallet im Wert von 330 Millionen Dollar zu haben. Dieser rätselhafte Zustand hat daher heute noch größere Besorgnis bei den polnischen Sicherheitsorganen ausgelöst.
Darüber hinaus erklärte das Innenministerium, die Regierung werde weiterhin versuchen, den Markt zu regulieren. Insbesondere möchten sie die Beziehung zwischen rechtspolitischen Politikern und einigen Kryptounternehmen durchtrennen. Aus diesem Grund beabsichtigen die Gesetzgeber, diese Bedrohungen anzugehen, bis es ihnen schließlich 2026 gelingt.
Letztlich belässt die Unfähigkeit, den Gesetzentwurf zu verabschieden, den polnischen Kryptomarkt im Ungewissen. Insbesondere erschwert das Fehlen von Transparenz eine sichere Entwicklung der Branche. Die Regierung ist weiterhin entschlossen, sich für neue Regeln zum Schutz der Bürger einzusetzen.
Schließlich haben alle digitalen Dienstleister im Land eine kurze Frist bis 2026. Daher muss das Parlament in naher Zukunft einen Kompromiss über ein Vorgehen finden.





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